SS15 GRÜNDERZEITHAUS_450
SS15 GRÜNDERZEITHAUS_022_450

Fach

Großer Entwurf 1

Semester

SS 2015

AUFGABENSTELLUNG – Haus zum arbeiten & leben

 

Ein Haus, das um die Jahrhundertwende gebaut wurde und damals bürgerlichen Familien als Wohnhaus (mit Bediensteten) diente, soll umgebaut werden.
Eine junge Architektin mit 3 Kindern will ihr Architekturbüro und ihr „Familien-Haus“ in diesem Gebäude zusammenführen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, der in der Medienbranche tätig ist, will sie Arbeiten und Wohnen miteinander verbinden. Karriere und Kinder wollen beide Ehepartner nicht aufgeben, so ist das Konzept des Entwurfs auf diesen Wunsch zu beziehen. Der Garten kann in das Konzept mit einbezogen werden – „grünes“ Zimmer.
Besonderen Wert wird auf die atmosphärischen Qualitäten in beiden Nutzungsbereichen gelegt. Die Stimmung der Räume soll eine starke Identität haben und prägnant durch die Sprache der Zeichnung, des Modells und der Materialkollage vermittelt werden.

 

Text von Prof. G. M. Rutrecht

FRANZISKA RUPP

 

 

PICTO

ENTWURFSKONZEPT

 

Beim Entwurf handelt es sich um den Umbau eines in Aachen befindlichen Gründerzeithauses. Das ursprüngliche Mehrfamilienhaus soll nun zum Zuhause für eine junge Architektin mit Familie werden. Das Haus soll aber nicht nur Platz zum Wohnen, sondern auch für ein Büro bieten.

 

Beim Entwerfen der neuen Innenräume war es mir wichtig, die Grundstruktur des bestehenden Gebäudes zu erhalten. So gibt es im neuen Entwurf ebenfalls zum Garten, sowie zur Straße hin orientierte Räume. Dienende Räume wie Badezimmer befinden sich im Zentrum, anschließend an das erhaltende Bestandstreppenhaus. Ebenfalls wichtig war mir der Kontrast zwischen Alt und Neu bei der Fassadengestaltung. Während die Straßenfassade komplett erhalten wurde, unterliegt die Gartenfassade einer deutlich moderneren Gestaltung. Diese öffnet sich sehr großzügig zum bestehenden Garten. Die großen Glaselemente werden optisch durch die Klinkerfassade und die neuen Stahlelemente gerahmt. Die geschlossenen Stahlelemente der Fassade ermöglichen die in den dahinterliegenden Räumen gewünschten Funktionen.

 

Da das Hauptaugenmerk jedoch der verglaste Teil der Fassade sein soll, nehmen sich diese zurück. So entsteht ein ruhiges Schattenspiel in der Fassade. Auch die für den Wohnbereich neu angebauten Balkone heben sich durch das Material Stahl deutlich von den erhaltenen Teilen der Gartenfassade ab.

 

Um die Tiefe des Hauses spürbar zu machen findet man im Entwurf breite Flure, die entweder nur durch Glas von anschließenden Räumen getrennt sind, oder offen gestaltet sind und zu Gemeinschaftsräumen werden. Betont wird diese Achse auch durch Möbel, welche sich über die komplette Länge dieser Räume erstrecken.

 

Obwohl sich Büro und Wohnen in einem Gebäude befinden, sollten beide Bereiche eigenständig agieren können. So entstanden beim Entwerfen zwei autarke Elemente. Zusammengehalten werden diese durch Zwei- beziehungsweise Dreigeschossigkeiten. Eigenständig werden sie durch zusätzlich zum Haupttreppenhaus angebrachte interne Treppen.

 

In den ersten beiden Geschossen des Hauses befindet sich das Büro. Neben dem zweigeschossigen Empfang wird auch das den Flur betonende Schrankelement zum Highlight. Dieses Möbel nimmt Funktionen wie den Wartebereich auf und bietet außerdem Ausstellungsfläche. Im Erdgeschoss wird das Arbeiten durch eine Terrasse in den Außenraum erweitert. Die Ausrichtung der Pergola betont ebenfalls die Längsachse des Hauses, bzw. des Entwurfes.

 

Die Wohnung der Familie befindet sich in den drei darüber liegenden Geschossen. Hier war mir wichtig, dass jedes Stockwerk der Wohnung eine eigene übergeordnete Funktion hat. So handelt es sich im 2. Obergeschoss um die „öffentliche Gemeinschaftsetage“, die auch für einen Gast Platz bietet. Die beiden darüber liegenden Stockwerke, sind die privateren, welche Gäste und Besucher nicht direkt betreten würden. Das 3. Obergeschoss dient den drei Kindern der Familie. Wichtig war mir, dass hier ein Kontakt zum darunterliegenden Geschoss möglich ist, welcher im Bereich der Bibliothek über eine Zweigeschossigkeit umgesetzt wurde. Die jeweiligen Zimmer der Kinder sind recht klein gehalten, da es einen großzügigen Lern- und Spielbereich gibt. So hat jedes Kind seinen eigenen Bereich und doch einen spannenden Gemeinschaftsraum.

 

Das Dachgeschoss ist Rückzugsort für die Eltern der Familie. Diese drei Etagen werden ebenfalls durch eine eigene Treppe erschlossen. Das durchgehende Treppenelement wird durch einen Luftraum, sowie eine durchgehende Wandscheibe verdeutlicht. Die Wohnung hat zum einen die Dachterrasse als Außenraum, besonders am Wochenende kann aber auch der Garten mit Familienterrasse und Wasserbecken genutzt werden.

 

Die Innenraumgestaltung ist sowohl im Büro als auch in der Wohnung schlicht gehalten. Die Bodenbeläge betonen die Längsrichtung des Entwurfes. Im Büro übernehmen dies Betonbodenplatten, in der Wohnung bringt Eichenparkett dieselbe Wirkung. Während im Büro die Möbel sehr schlicht in Weiß und Schwarz gehalten sind, schaffen in der Wohnung Beige-, Grau- und Brauntöne eine wohnliche Stimmung. Im Büro soll eine schlichte und doch edle Stimmung herrschen, weshalb Messing an der einen oder anderen Stelle elegante Akzente setzt. Sowohl in der Wohnung als auch im Büro sind die Ausschnitte der entwurfsprägenden Einbauschränke beleuchtet, und werden dadurch zusätzlich in Szene gesetzt.

 

Text von Franziska Rupp

SCHNITT

ARBEITEN (Franzika Rupp)

 

GRUNDRISS_ARBEITENRendering 5_940Rendering 4_940

WOHNEN (Franzika Rupp)

 

GRUNDRISS_WOHNEN

VERTIEFUNG

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DIANE DAIKER

 

7_BEREINIGT

ENTWURFSKONZEPT

 

Das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss sind aufgeteilt in einen privaten Bereich für die Familie und dem öffentlichen Bereich für das Büro. Der Bestand vom Treppenhaus ist bis zum 1. Obergeschoss erhalten und wird abgelöst durch eine moderne Treppe im Wohnbereich der Familie. Anstelle der alten Treppe erstreckt sich ein Atrium vom 2. OG bis zum Dachgeschoss. Deckendurchdringungen sind vorgenommen worden zwischen dem Erdgeschoss und dem 1. OG im Küchenbereich und im 3. OG bis zum Dach für den Spielbereich der Kinder.

 

Text von Diane Daiker

 

2.1_BEREINIGT_GRAU